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Großstädte in Deutschland - Jena

Jena ist eine Universitätsstadt in Mitteldeutschland. Sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt und der Stadt Gera die drittgrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren des Bundeslandes Thüringen und hat den Status einer Kreisfreien Stadt. Nächst größere Städte sind Gera, ca. 35 km östlich, Erfurt, ca. 40 km westlich, Halle (Saale), ca. 70 km nordöstlich, Leipzig, ca. 75 km nordöstlich und Chemnitz, ca. 94 km östlich. Die Einwohnerzahl der Stadt Jena überschritt ca. 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Während der DDR-Zeit gehörte die Stadt zum Bezirk Gera.

Geografie

Jena liegt im mittleren Saaletal zwischen teilweise von Mischwäldern bedeckten Muschelkalkhängen. Auf ihnen kommen zahlreiche z. T. seltene Orchideenarten vor. Die größte Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 14,7 km und von Ost nach West 12,2 km.

Wappen

Beschreibung: In Silber einen silbern-blau gekleideten Engel mit langen goldenen Haaren sowie goldenem Nimbus, Harnisch, Helm und Flügel; mit der Rechten einem grünen Drachen eine Lanze in den Rachen stoßend, in der Linken einen goldenen Schild mit aufgerichtetem schwarzen Löwen haltend; der linke Fuß steht auf dem Drachen. Unter dem Drachen ein kleiner silberner Schild mit blauer Weintraube.
Die Stadtflagge ist längsgestreift in den Farben Blau-Gelb-Weiß, belegt mit dem Stadtwappen. Bedeutung: Die Wappenfigur stellt den Erzengel Michael dar. Die Weintraube symbolisiert den einst blühenden Weinbau in Jena. Der Löwe wurde als Wappenfigur der Herren von Meißen aufgenommen, als die Stadt an die Landgrafen von Thüringen überging. Die Wappenfiguren wurden aus dem historischen Siegel der Stadt übernommen, das schon sehr alt ist. In seiner heutigen Form wurde das Wappen zuletzt durch die Hauptsatzung der Stadt im Jahre 1999 festgelegt.

Geschichte

Jena wird erstmals 1236 urkundlich erwähnt. Ein lange Zeit angenommener Zusammenhang mit einer bereits im Hersfelder Zehntverzeichnis aus dem 9. Jahrhundert genannten Siedlung Jani ist nach neueren Untersuchungen wenig wahrscheinlich. Um 1230 erhält Jena von den Herren von Lobdeburg die Stadtrechte. Bis 1331 gelangt das Thüringer Landgrafenhaus in den Vollbesitz der Stadt und 1332 erteilen sie Jena das gothaische Stadtrecht. 1672 wird Jena Hauptstadt eines selbständigen Fürstentums Sachsen-Jena. 1692 kommt die Stadt an die Linie Sachsen-Eisenach und 1741 an das Herzogtum Sachsen-Weimar, das im 19. Jahrhundert zum Großherzog erhoben wird (Großherzogtum Sachsen). Am 14. Oktober 1806 bekämpft Napoleon siegreich die preußischen Armeen in der Schlacht bei Jena und Auerstedt. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Jena Teil des Landes Thüringen. Hier wird die Stadt 1922 kreisfrei. Gleichzeitig entsteht der Landkreis Jena, der bei der Kreisreform zum 1. Juli 1994 Teil des Saale-Holzland-Kreises wird.

Religionen

Die Bevölkerung der Stadt Jena gehörte anfangs zum Bistum Mainz. Hier war die Stadt dem Archidiakonat Beatae Mariae virginis in Erfurt zugeordnet. Das Gebiet rechts der Saale gehörte zum Bistum Naumburg. 1523 wurde die erste reformatorische Predigt in Jena gehalten, infolgedessen die Reformation schnell Fuß fasste und Jena über lange Zeit eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, zumal Martin Luther mehrmals persönlich in Jena weilte. Danach teile die Kirche in Jena die Geschicke der jeweiligen Landesherren. Die "Evangelisch-Lutherische Kirche des Großherzogtums Sachsen", zum dem Jena seit dem 18. Jahrhundert gehörte (damals noch Herzogtum Sachsen-Weimar), schloss sich 1920 mit 6 anderen Landeskirchen Thüringens zur "Thüringer Evangelischen Kirche" zusammen. 1934 schloss sich die "Evangelisch-Lutherische Kirche des ehemaligen Fürstentums Reuß ältere Linie" als 8. Landeskirche an und 1948 nannte sie sich in Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen um. Innerhalb dieser Landeskirche ist Jena Sitz einer Superintendentur innerhalb des Aufsichtsbezirks Ost, dessen Kreiskirchenamt sich in Gera befindet. Die heute bestehenden evangelisch-lutherischen Pfarrämter Jenas gehören somit alle zur Superintendentur Jena.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Die kleine Gemeinde erhielt seinerzeit die Ruine der Kirche "St. Johannes Baptist", die älteste Kirche Jenas, die bis zur Reformation die Pfarrkirche der Stadt war, dann aber verfiel. Die kleine katholische Gemeinde wurde jedoch bereits 1813 wieder aufgelöst und die Katholiken von Weimar aus betreut. Erst 1905 wurde die Pfarrei wieder errichtet. Die Kirchenruine wurde zur heutigen Pfarrkirche ausgebaut. Ab 1821 gehörte die Pfarrgemeinde, wie die meisten Teile des späteren Landes Thüringen zum Bistum Paderborn. Mit der Neuordnung der katholischen Kirche 1929/30 kam die Gemeinde in Jena zum Bistum Fulda. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es für den Bischof immer schwerer, seine Amtsgeschäfte im Ostteil seines Bistums wahrzunehmen. Ebenso erging es dem Bischof von Würzburg, dem die südlichen Pfarrgemeinden Thüringens zugeordnet waren. 1946 wurde daher in Erfurt für die östlichen Gebiete der Bistümer Fulda und Würzburg ein Generalvikar eingesetzt, der 1953 zum Weihbischof und 1968 zum Bischöflichen Kommissar ernannt wurde. Durch die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete per Dekret am 20. Juli 1973 zum Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen erhoben und damit formell von ihren bisherigen Bistümern abgetrennt. Leiter dieses Bischöflichen Amtes wurde ein Apostolischer Administrator, der den Titel Bischof erhielt. Am 14. Juni 1994 wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen zum Bistum erhoben und der Kirchenprovinz Paderborn zugeordnet. Die Rechtswirksamkeit erfolgte zum 7. Juli 1994. Die Pfarrgemeinde in Jena gehört somit heute zum Dekanat Weimar innerhalb des Bistums Erfurt. Die Pfarrei betreut auch Katholiken außerhalb Jenas.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten), die Adventgemeinde, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) und die Christliche Gemeinde Lobeda.

Politik

Die Verwaltung der Stadt Jena oblag zunächst den Beamten der Lobdeburgischen Herrschaft. Doch stand bald auch ein Rat an der Spitze der Stadt, der ab 1317 von 2 Ratsmeistern geleitet wurde. Seit dem 14. Jahrhundert war der Rat dreigeteilt. 1540 führte der Kurfürst von Sachsen eine neue Städteordnung ein. Es gab mehrere Bürgermeister doch ab 1604 nur noch einen Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Ab 1892 trägt das Stadtoberhaut den Titel Oberbürgermeister. Der Rat wurde von der Bevölkerung gewählt. Ab 1933 wurde der Oberbürgermeister von der Partei eingesetzt und dach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" mit einem Oberbürgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewählt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der "Stadtratsvorsitzende". Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 2000 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt.

Wirtschaft

Verkehr

Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 4 Erfurt-Dresden . Die Stadt hat Anschlussstellen in Schorba, Jena-Göschwitz und Jena-Lobeda. Ferner führen die Bundesstraßen B 7 und B 88 durch Jena.

Die Stadt ist auch ein Bahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Fernstrecken Nürnberg-Halle-Berlin und Kassel-Erfurt-Dresden. Jena verfügt über 3 Bahnhöfe: Alle Verbindungen in West-Ost-Richtung laufen über den Bahnhof Jena West, Verbindungen in Nord-Süd-Richtung verlaufen über Jena Paradies (den einzigen ICE-Haltepunkt Deutschlands) und Jena Saalbahnhof (nur Regionalverkehr). Zurzeit wird neben dem provisorischen Haltepunkt Jena Paradies der neue moderne ICE-Bahnhof gebaut.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Straßenbahn- und Buslinien der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft mbH (JeNah).

Ansässige Unternehmen

  • Carl Zeiss
  • Jenoptik
  • SCHOTT JENAer GLAS
  • Jenapharm
  • Intershop AG
  • Sparkasse Jena

Medien

In Jena befindet sich eine Geschäftsstelle der Tageszeitung Thüringer Landeszeitung (TLZ), die in Weimar erscheint.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Theaterhaus Jena
  • Kulturarena

Orchester

Die "Jenaer Philharmonie" wurde 1934 als Konzertorchester gegründet und 1969 auf ihre heutige Größe erweitert.

Museen

  • Optisches Museum
  • Phyletisches Museum
  • Botanischer Garten
  • Stadtmuseum Göhre
  • Schott GlasMuseum
  • Zeiss Planetarium
  • Romantikerhaus

Archive

  • Stadtarchiv
  • Unternehmensarchiv SCHOTT JENAer GLAS GmbH
  • Unternehmensarchiv Carl Zeiss Jena GmbH
  • Archiv der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Bauwerke

  • Intershop Hochhaus, höchstes Gebäude auf dem Gebiet Mitteldeutschlands (144,90 m) mit Aussichtsplattform in 128 m Höhe (Wahrzeichen der Stadt)
  • Anatomieturm und Collegium Jenense
  • Griesbachsches Gartenhaus
  • Johannistor mit Pulverturm
  • Kirchen
    • Friedenskirche (ehem. Garnisonskirche bzw. Johann-Georgs-Kirche) auf dem Johannisfriedhof
    • Pfarrkirche St. Johannes Babtist, seit 1822 römisch-katholische Kirche
    • Stadtkirche St. Michael, evangelische Hauptkirche
  • Historisches Rathaus
  • Marktplatz mit Denkmal für Johann Friedrich I., genannt Hanfried
  • Roter Turm
  • Universitäts-Hauptgebäude, erbaut 1905-08

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai: Brunnenfest am Romantikerhaus
  • Juni: Museumsmarkt auf dem Marktplatz
  • Juli bis August: Kulturarena Jena - sechswöchiges Open-Air-Musikfestival im Zentrum
  • September: Jenaer Jazztage
  • November: Theater in Bewegung - internationales Tanz- und Bewegungstheaterfestival (alle 2 Jahre)
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1590, Johann Matthäus Meyfart, † 1642 in Erfurt, Rektor, Prof. für Theologie, Pfarrer, Dichter ("Jerusalem, du hochgebaute Stadt")
  • 1911, 29. Juni, Bernhard, Prinz der Niederlande, Gatte der ehemaligen niederländischen Königin Juliana und Vater von Königin Beatrix, Vorsitzender des World Wildlife Fund 1961-77, Generalinspekteur der Streitkräfte 1970-1976

Nicht in Jena geboren sind die folgenden Personen. Sie haben aber in Jena gewirkt:

  • Ernst Abbe, 23. Januar 1840 in Eisenach, † 14. Januar 1905 in Jena, Astronom, Mathematiker, Physiker, Optiker, Unternehmer und Sozialreformer
  • Johann Gottlieb Fichte, 19. Mai 1762 in Rammenau bei Bischofswerda, † 27. Januar 1814 in Berlin, deutscher Philosoph.
  • Johann Wolfgang von Goethe, 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar, Dichter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker und Staatsmann
  • Ernst Haeckel, 1834 in Potsdam; † 1919 in Jena, Biologe und Philosoph
  • Karl Marx, 5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London, politischer Journalist
  • Novalis, 2. Mai 1772 auf dem Familiengut Oberwiederstedt; † 25. März 1801 in Weißenfels, Dichter
  • Adolf Reichwein 3. Okt. 1898; † 20. Okt. 1944 in Berlin (hingerichtet) Reformpädagoge, 1. Leiter der Volkshochschule, Arbeiterbildungsheim
  • Friedrich Schiller, 10. November 1759 in Marbach am Neckar, † 9. Mai 1805 in Weimar, Dichter und Schriftsteller
  • Friedrich Schlegel, 10. März 1772 in Hannover, † 11. Januar 1829 in Dresden, Kulturphilosoph, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer
  • August Schleicher, 19. Februar 1821 in Meiningen; † 6. Dezember 1868 in Jena, Sprachwissenschaftler
  • Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, 27. Januar 1775 in Leonberg, † 20. August 1854 in Bad Ragaz, Schweiz, Philosoph
  • Otto Schott, 17. Dezember 1851 in Witten an der Ruhr, † 27. August 1935 in Jena, Chemiker und Glastechniker
  • Johann Ludwig Tieck, 31. Mai 1773 in Berlin; † 28. April 1853 in Berlin, Dichter, Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer
  • Johannes Trüper 2. Febr. 1855; † 1921 in Jena, Erzieher, Entdecker der Heilpädagogik, Landerziehungsheim auf der Sophienhöhe in Jena
  • Carl Zeiss, 11. September 1816 in Weimar, † 3. Dezember 1888 in Jena, Mechaniker und Unternehmer
  • Gerhard Zinserling
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